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Roadtrip durch Jordanien

Roadtrip durch Jordanien

Gescheiterte Reise nach Israel

Der Wecker in Berlin klingelt um 4 Uhr in der Früh. Nach einem Instant-Krümelkaffee bin ich zwei Stunden vor Abflug rechtzeitig am Airport. Mein Flug soll von Berlin über Paris nach Tel Aviv gehen. Cancelled. Stattdessen soll ich mit 10 Stunden Aufenthalt über Amsterdam fliegen und um 2:30 Uhr nachts in Tel Aviv landen. „Das ist ja wohl nicht Ihr Ernst!“, sage ich der Frau am Schalter. Ob es die Möglichkeit gebe, die Destination von Tel Aviv nach Amman zu ändern? Das dürfe sie zwar eigentlich nicht, mache sie nun aber einfach trotzdem. Ich schreibe also Momo, dass ich heute nach Amman komme. Zurück in der Bleibe meines Kumpels schlafen wir noch zwei Stunden, bevor ich wieder zum Flughafen fahre. Ich schlafe während des Flugs nach Zürich, verpasse die Alpen. Am Gate in Zürich lacht der Mann hinterm Schalter, als er erfährt, dass ich eigentlich nach Israel wollte. Ob ich einen dieser Überraschungsflüge gebucht hätte? Das Flugzeug der Gesellschaft Royal Jordanian ist schmutzig und mein Sitz kaputt. Ich werde umgesetzt. Ich bin die einzige Frau ohne Kopftuch im Flieger und überhaupt ist er ziemlich leer. Am Flughafen holt mein früherer Mitbewohner Momo mich ab. Auf dem Weg in sein Haus holen wir Falafel, sie ist köstlich. Ich teile mir ein Zimmer mit Batul, seiner Schwester.

Das Lied zu diesem Reisebericht: Luka – Hashrab Hashish

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Kulturschock Drive-In-Liquor-Stores

Am nächsten Morgen schlafe ich aus. Den Tag verbringe ich mit Momo und seinen Freunden Talal und Hamza in einer Shisha-Bar in einer Mall. Der Blick dabei über Ammans Altstadt ist atemberaubend, die Limo mit Minze fantastisch. Am Abend gehen wir in eine Bar, deren Kickertische jeweils über zweimal drei Torwarte verfügen. Auf dem Weg zur Bar halten wir an einem Drive-In-Liquor-Store, kaufen Rum, Pepsi und das jordanische Bier „Petra“. Dazu bekommen wir Plastikbecher mit crushed Ice. So können wir schön heimlich trinken, in der Dunkelheit des Autos. Keine Familienmitglieder, die immer noch von der religiösen Enthaltsamkeit ihrer Söhne und Brüder ausgehen, können uns hier im Auto beim Trinken beobachten. Alkohol ist in Amman sehr teuer. Petra schmeckt wie Wodka mit Bier, ekelig. Ziemlich betrunken fährt Talal uns zur Bar und später zurück nach Hause, während im Auto den ganzen Abend arabischer Rap läuft.

Wochenende in Ammans Altstadt

Freitag ist das islamische Wochenende. Wir stehen früh auf und fahren mit Talal in die Altstadt Ammans. In einem mehr als gut besuchten arabischen Restaurant gehen wir frühstücken. Im Akkord werden hier Falafel frittiert und der Hummus in Schälchen abgefüllt. Es gibt Oliven, Minze, schwarzen Tee und arabisches Brot. Die Gäste schwatzen, die Kellner wuseln umher. Gegessen wird mit den Händen. Auf die Frage nach einer Serviette erhalte ich die Antwort: „Die haben wir nicht, sie wären nach fünf Minuten aufgebraucht.“ Gut, dann essen wir eben mit den Fingern und lecken sie danach ab. Das Essen ist so köstlich, dass man sich ohnehin die Finger danach leckt.

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Der Suq von Amman

Nach dem Frühstück gehen wir in den Suq. Hier werden viele Gewürze, Süßigkeiten und allerhand Krimskrams verhökert. Weil Talal und ich ausländisch aussehen, rufen uns die Verkäufer auf Arabisch hinterher: „Da geht Gold spazieren!“, doch Momo und Talal verstehen es. Vom Suq aus laufen wir in ein römisches Amphitheater. Es liegt mitten in der Altstadt und ist sehr gut erhalten. Auf einmal kommt in mir das Gefühl auf, mitten in Rom zu sein. Amman war Schauplatz vieler Kulturen, die hier lebten. Es gibt Jahrtausende alte Zeugnisse. Vom Amphitheater aus habe ich einen schönen Blick über die Stadt mit ihren sieben Bergen. Vielleicht ist Schneewittchen ein ursprünglich arabisches Märchen. Ich lerne von Momo, dass die königliche Familie hier in Jordanien sehr verehrt wird. Vom Theater fahren wir hinauf zur Zitadelle. Sie liegt auf einem der sieben Berge. Überbleibsel römischer Skulpturen, hohe Säulen und ein Palast stehen dort. Früher boten sie einen geschützten Ort, gleich einer Festung, von der aus jeder sich nähernde Feind bereits von weitem auf den dürren Hügeln ringsum erkennbar war. Mit Momo, Talal und Andre essen wir nach der Altstadt-Tour zu Abend. Es gibt Reis und Gemüse.

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Ammans bunte Bars

Den Abend verbringen wir – wie immer – in einer der vielen Bars. Die Palmen werden hier bunt angestrahlt und der Blick reicht über ganz Amman. Hinter einem der gegenüberliegenden Berge erleuchtet ein Feuerwerk.

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Wasserpfeife mit Freunden

Ich schlafe, besser gesagt, verschlafe. Nach einem kurzen Frühstück – Hummus mit Brot – fahre ich mit Momo nach Salt in ein Landhaus. Dort verbringen wir den Tag mit seinen Freunden. Es wird viel Shisha geraucht und getrunken. Wir grillen und essen kiloweise Hummus. Nach ein paar Drinks fangen Momos Freunde an, auf Arabisch für mich zu singen und zu tanzen. Als wir uns vom Acker machen, brechen Momo und ich den Rekord für die Zeit, die wir von Salt zurück nach Amman brauchen. Er ist sehr betrunken und fährt ziemlich schnell.

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Teekränzchen und Familiengeheimnisse

Zurück in Amman besuchen wir seine Tante. Sie arbeitet für die UN im Sudan und wird heute Abend wieder dorthin zurück fliegen. Wie alle Araber ist auch Momos Tante sehr gastfreundlich. Mit der Zeit kommen alle Onkels, Tanten, Cousins und Geschwister der Familie zusammen. Wir trinken Tee, rauchen Wasserpfeife und essen kleine sündhaft süße Köstlichkeiten. Nachdem Momos Tante zum Flughafen abfährt, lädt uns sein Onkel noch in seine Wohnung nebenan ein. Alle Frauen außer mir fahren nach Hause. Der Onkel öffnet seinen Wohnzimmerschrank und zur Erscheinung treten zahlreiche Schnapsflaschen. Der Islam verbietet es ja, Alkohol zu trinken. Die Schnapsschränke sind daher geheim und werden nur bei Abwesenheit der weiblichen Familienmitglieder geöffnet. Wir trinken also mit Momos Onkel und seinen Cousins. Im Laufe des Abends erzählen sie mir ihre Version von 9/11, über den IS und über die Vertreibung der Palästinenser. Sie sind verzweifelt und wütend darüber, wegen ihrer Religion und Herkunft mit Terroristen über einen Kamm geschert zu werden. Jordaniens Bruttoinlandsprodukt sei in einem Jahr um 70% geschrumpft. Ich höre einfach zu und trinke weiter meinen Rum. Betrunken fährt uns Momo wieder nach Hause. Im Radio läuft arabische Bauchtanzmusik – ich drehe ganz laut auf und tanze auf dem Beifahrersitz .

Alkohol am Steuer auf dem Weg nach Madaba

Ich stehe früh auf in dem Glauben, heute nach Jerash zu fahren. Auf dem Weg dorthin erfahre ich, dass wir nach Madaba fahren. Hamza, Momo und ich frühstücken Falafel an einer Tankstelle – wieder schmeckt sie hervorragend. Auf dem Weg nach Madaba werden wir vom Militär angehalten. Momos Nachnahme Rifai ist jedoch sehr bekannt in Jordanien, sodass sie uns fahren lassen, obwohl sie sehen, dass er Bier am Steuer trinkt. In Madaba verfahren wir uns. Das Paar, das wir nach dem Weg fragen, lädt uns erstmal zum Tee ein.

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Mosaike und Mount Jebel Nebo

Später, in der berühmten Kirche angekommen, beeindrucken mich aus Mosaiken zusammengesetzte Bilder von Städten, Wegen, Landschaften. Die gesamte Region des nahen Osten ist dort dargestellt. Ich entdecke Jerusalem, die heilige Stadt. Nahe bei Madaba liegt der Berg Jebel Nebo. Hier soll Moses begraben liegen. Die Kirche mit den ebenfalls berühmten Mosaiken wird seit acht Jahren restauriert, ich darf sie deshalb nicht betreten. Hinter der Kirche bietet sich ein schier unendlich weiter Blick über das gelobte Land. Ich sehe das tote Meer, ganz Palästina und sogar Jerusalem. Es ist einmalig schön.

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Ein friedliches Land leidet unter den Konflikten seiner Nachbarn

Auf dem Rückweg halten wir an einer Mosaikmanufaktur. Sie stellen Teller, Vasen und vieles mehr her. Der Mann bietet mir ein paar mal Tee an, ich nehme einen. In der jordanischen Kultur wäre es unfreundlich, einen angebotenen Tee auszuschlagen. Trotz der sengenden Hitze halte ich den heißen Tee in der Hand, während ich mir die schönen Dinge ansehe. Ich kaufe ein paar Postkarten. Es ist sein erster Verkauf seit vier Wochen. Es gebe kaum noch Tourismus in Jordanien, wegen des Krieges in Syrien, wegen der Angst vor dem IS. Der Mann tut mir Leid. Er ist so freundlich. Auf dem weiteren Rückweg lädt Hamza uns in ein herrliches arabisches Restaurant ein. Es gibt Reis, Fricken, Oliven, Gemüse, gebackene Tomaten, Fleisch, Brot und frische Säfte. Den Abend verbringen wir mit Momos Freunden. Lena ist Christin und darum dürfen wir bei ihr zu Hause trinken. Talal erzählt mir, dass er auch im Ramadan trinkt. Das ist per Gesetz verboten. Einmal erwischte ihn die Polizei dabei und wollte ihn bis zum Ende der Fastenzeit festnehmen. Alle Liquor-Stores schließen im Ramadan. Ein anderer Freund von Momo erzählt mir, dass seine Eltern noch die Kaufpapiere von Land in Tel Aviv besäßen. Er ist vor acht Jahren aus Palästina geflohen und lebt seither in Amman. Momos Freundin Zina versucht mir Bauchtanz beizubringen – ich habe es einfach nicht im Blut, aber Zina sieht dabei einfach großartig aus.

Harem und die Rainbow Street

Wir treffen Momos Freunde Hamza und Jihad zum Mittag. Anschließend fahren wir in eine Shisha-Bar. Dort trinke ich einen dicken, süßen Mangosaft. Hamza und Jihad erzählen mir von der traditionellen jordanischen Hochzeitszeremonie: Die Gäste versammeln sich vorm Haus der Braut und singen, tanzen, trommeln, kreischen bis sie in ihrem weißen Kleid aus der Tür tritt. Dann fahren alle laut hupend durch die Stadt zum Ort der Zeremonie. Ein sehr schöner Brauch, finde ich. Es gibt auch heute noch viele arrangierte Hochzeiten, erzählen mir Jihad und Hamza. Wenn ein Mann keine geeignete Frau findet, aber gerne heiraten möchte, tritt er an seine Eltern und diese hören sich für ihn nach einem geeigneten Mädchen um. Beide dürfen aber jederzeit noch ihr Veto einlegen. Wenn ein Mann mit seiner Frau nicht zufrieden ist, weil sie z.B. unfruchtbar oder krank ist, kann er in Jordanien bis zu drei weitere Frauen heiraten. Das ist heute allerdings eher ungewöhnlich. Den Abend verbringe ich mit Momo und Talal in der Rainbow Street. Das ist die Party- und Shoppingstraße von Amman. Voller Geschäfte, Tourishops, Bars und Restaurants. Sie wurde ursprünglich als Fußgängerzone errichtet, aber schon nach zwei Wochen für Autos geöffnet. Auf der Rainbow Street ist immer Stau. Sowieso ist in Amman ständig Stau. Der Blick von der Terrasse der Bar aus über Amman bei Nacht ist wunderschön. Sämtliche Moscheen leuchten in grün.

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Die Sache mit dem Nachnamen

Der Wecker klingelt um 8, nachdem ich schon zwei Stunden wach liege, weil die Sonne ins Zimmer scheint und Momos Mutter im Zimmer Wäsche aufhängt. Ich wecke Momo. Nach einer Dusche fahren wir zur Post und ich verschicke meine ersten Postkarten. Momo plant eine Reise nach Zypern und benötigt ein Visum. Auf dem Weg zur zyprischen Botschaft frühstücken wir Falafel und halten an Talals Haus an. Er hat eine sehr schöne, orientalisch eingerichtete Wohnung. Angekommen bei der Botschaft fällt Momo ein, dass er wichtige Papiere zu Hause gelassen hat. Er fährt zurück. Mit seinen Freunden warte ich in der zyprischen Botschaft, als plötzlich der Strom ausfällt und einige Menschen in dem engen Fahrstuhl stecken bleiben. Es wird chaotisch. Und es wird ständig heißer, denn auch die Klimaanlage ist mit dem Strom ausgefallen. Momo muss nach Madaba fahren, um einen neuen Studentenausweis zu holen. Nach einigen Stunden treffen wir ihn wieder vor der Botschaft. Dass sein Freund ein Rifai sei, hätte er sagen sollen, sagt der Mann hinterm Schalter zu Talal. Dann hätte Momo keinen Studentenausweis gebraucht, um ein Studentenvisum zu beantragen. In Jordanien steht und fällt alles mit deinem Nachnamen, denke ich mir.
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Das tote Meer

Nach der Beantragung des Visums fahren wir alle in Richtung des Toten Meeres. Auf dem Weg zum tiefsten Punkt der Welt fahren wir durch orientalische Dörfer, vorbei an einem antiken Kettenkarussell mit weitem Blick über die Berge. Während der Fahrt erfährt Momo, dass wir umsonst an einen der Hotelstrände kommen. Wir betreten das Spa Hotel und gehen direkt ins Wasser. Es ist schier unmöglich unterzugehen. Das Salz brennt an meinen Beinen. Ich lasse mich dennoch treiben. Nach einem Bad schmiere ich meinen ganzen Körper mit Schlamm ein. Jeder Zentimeter wird von dem braunen Matsch bedeckt. Um uns von dem warmen Wasser und der schwülen Hitze herunter zu kühlen, trinken wir ein eiskaltes Wasser. Wir sonnen uns, gehen wieder schwimmen. Ein atemberaubender Sonnenuntergang beendet den Ausflug. Zurück in Amman gibt es ein arabisches Gericht, von Momos Mutter gekocht. Es ist Reis mit einer schleimig-grünen Pampe, die man mit Zitronensaft ansäuert. Gewöhnungsbedürftig.

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Fahrt durch die Wüste

Wir stehen früh auf. Es ist der erste Tag, an dem ich Shorts trage. Talal holt Momo und mich mit seinem Auto ab. Die Fahrt hat ihren ersten Stopp vor einer Bäckerei, in der die Jungs Frühstück besorgen. Um meine nackten Beine zu verstecken, soll ich im Auto bleiben. Nun fahren wir weiter Richtung Süden, durch Bergdörfer und Wüstenlandschaften. In der Ferne sehe ich Beduinenzelte, auf Gehwegen vollverschleierte Frauen. In jedem Dorf stehen auseinander genommene Schrottautos, daneben Moscheen und zerfallene weiße Häuschen. Arabische Reklameschriften prangern an den Eingängen der Geschäfte.

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Petra

Der Eintritt nach Petra kostet mich 50 Dinar, Jordanier kostet der Eintritt lediglich 1 Dinar. Schon der erste Teil des Weges fasziniert mich: Eine trockene Wüstenlandschaft mit großen Sandsteinfelsen, in die kleine Hütten und Wohnungen hineingemeißelt wurden. Ich klettere darin herum. Der anschließende Weg durch den Siq ist beeindruckend. 2km lang spazieren wir zwischen meterhohen Felswänden hindurch. Am Ende des Siq stehen wir vorm Schatzhaus: ein prächtiger, 2200 Jahre alter Schrein. Davor liegen Kamele und Beduinen versuchen, ihr Kunsthandwerk zu verkaufen. Trotz der glühenden Hitze wandern wir stundenlang durch die Gassen, klettern in die Häuser, Tempel und Gräber Petras. Diese antike Ruinenstadt ist gigantisch und verdient ihren Titel als Neues Weltwunder.

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Begegnung mit einem Beduinen

Am Nachmittag verlassen wir Petra wieder und fahren in Richtung Wadi Rum. Auf dem Weg dorthin möchten uns ein paar Männer 5 Dinar pro Person als Maut abnehmen. Wir wenden und nehmen eine andere Straße. Mitten durch die Wüste führen Bahngleise. Neben dem Schild mit dem Namen unseres Camps steh einsam eine Hütte, in deren Schatten zwei Kinder hocken. Ihr Vater, ein Beduine, ruft für uns im Camp an. Er besitzt nur noch zwei braune Vorderzähne, sein Gesicht ist ausgezehrt und auf seinem Kopf trägt er das traditionelle rot-weiße Tuch.

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Wadi Rum

Von einem Pickup werden wir abgeholt und durch die Wüste zum Camp gefahren. Eine Karawane aus Beduinen mit Kamelen und Ziegen zieht an uns vorbei. Gigantische rote Felsen ragen aus dem orangenen Sand. Im Camp gibt es Tee, dann gehen wir den Sonnenuntergang beobachten. Dazu klettern wir auf einen der Felsen. Auf dem Rückweg ins Camp verlaufen wir uns. Das Abendessen ist traditionell im Sand verbuddelt, in Teppich eingerollt und darin gebacken. Die im Camp arbeitenden Beduinen graben das Abendessen wieder aus. Es schmeckt köstlich. Nach dem Essen setzen wir uns zu dritt außerhalb des Camps in den Sand. Momo und Talal trinken zusammen über einen Liter Rum, ich sehe mir die Sterne an und erkläre den beiden, was die Milchstraße ist. Als einzige gehe ich später kurz schlafen. Unser Zelt ist luxuriös – Strom, Dusche, Klo, Warmwasser.

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Wüstenatmosphäre

Um 5 Uhr früh stehe ich wieder auf und gehe aus dem Zelt. Ich finde Momo und Talal betrunken schlafend auf den Bänken am erloschenen Lagerfeuer des Vorabends. Es ist bitterkalt und ich wecke sie. Momo geht ins Zelt um zu schlafen. Talal begleitet mich, um auf einen Felsen zu klettern und den Sonnenaufgang zu betrachten. Er sieht fantastisch aus. Ich streichle ein Kamel. Nach dem Frühstück brechen wir auf, denn es wird zu heiß. Ich lerne viel über Beduinen. Für sie ist Tradition wichtiger als Religion. Sie fahren alle Pick-Ups und viele haben sogar Handys. Wenn sie mehr als 11 Jahre an einem Ort bleiben, dürfen sie diesen ihr Eigen nennen. Doch normalerweise ziehen sie immer weiter.

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Nachtmarkt in Amman

Zurück in Amman erwartet mich ein köstliches Essen: Bulgur mit Linsen, Salat, Joghurt mit Gurke. Am Abend gehe ich mit Momos Schwester Batul aus. Sie und ihre Freundinnen bringen mich auf einen schönen Markt nahe der Rainbow Street. Ich esse Za’atar mit Brot und bekomme eine Kette geschenkt.

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Henna zum Abschied

Gemeinsam lassen Batul und ich unsere Hände mit Henna schmücken. Die Frau schreibt in arabischer Schrift den Namen meines Freundes auf meinen Handrücken. Batuls Freundinnen wollen augenblicklich alles über ihn wissen. Sie alle hatten noch nie eine Beziehung. Auf dem Rückweg stehen wir mal wieder im Stau. Am Abend verabschiede ich mich von Momos Familie, denn morgen früh fahre ich weiter nach Palästina. Als mich das Taxi um 6:30 Uhr vom Haus abholt, steht Momo mit mir auf. In der Wohnung umarmt er mich zum Abschied mit den Worten „Mia, das hier kann ich unten auf der Straße nicht mehr tun“. Er trägt meinen Rucksack und bringt mich zum Taxi. Hier nickt er mir nur nochmals zu. Kein Körperkontakt mit einer Frau auf der Straße. Ich bin genau um 7:30 Uhr an der jordanischen Grenze.

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Wenn Dich meine Reise durch Nahost interessiert, lies doch auch meine Blogeinträge über Palästina und Israel.



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