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Naturkosmetik I 13 Tipps worauf Du achten solltest

Naturkosmetik I 13 Tipps worauf Du achten solltest

    Die Verpackung

  1. Verpackungen ohne Plastik und Aluminium

  2. Jeder Mensch in Deutschland produziert jährlich durchschnittlich 212 Kilogramm Verpackungsmüll. Insbesondere Kosmetik ist dabei ja eigentlich immer in Plastikflaschen, Plastiktuben, Plastikhüllen oder in Aluminiumdosen verpackt.
    Manche Produkte sind zudem auch nicht nur einfach, sondern gleich doppelt und dreifach verpackt: In der Pappschachtel steckt dann zum Beispiel eine Seife, die in Plastikfolie eingeschweißt wurde. Das lässt sich leicht umgehen: Schau bei in Kartons verpackten Produkten im Geschäft doch einfach einmal kurz rein in die Packung, was sich darin noch verbirgt.
    Einige Produkte findest Du aber schon jetzt in durchschnittlichen Drogeriemärkten, z.B. einige Cremes in Glastöpfen, Körperöle in Glasflaschen, dekorative Kosmetik in Pappschachteln, unverpackte Seifen oder auch feste Shampoos.
    Absoluter Vorreiter in Sachen verpackungsfreie Kosmetik ist der Hersteller Lush, dessen Produkte auch größtenteils Naturkosmetik konforme Inhaltsstoffe enthalten. Es gibt zudem einige Hersteller, die sich teilweise um verpackungsfreie Kosmetik oder Kosmetik in recycelbaren Verpackungen bemühen: Najoba, Ecco Verde, Creamy Stuff, Amazingy, Vegane Pflege, Akamuti, Martina Gebhardt. In vielen deutschen Städten findest Du zudem schon Läden, die nur unverpackte Produkte verkaufen – und dabei ziemlich tolle, hochwertige Kosmetik anbieten. Eine ausführliche Liste mit allen verpackungsfreien Läden in Deutschland findest Du auf der Seite des Enorm Magazins.

  3. Rückgabe leerer Verpackungen zur Wiederverwendung oder Wiederverwertung

  4. Einige Produzenten von Naturkosmetik bieten ihren Kunden an, die Verpackungen der aufgebrauchten Produkte bei ihnen wieder abzugeben, damit diese neu befüllt werden können. So produziert Ihr weniger Müll durch Eure Kosmetik und verwertet die wertvollen Rohstoffe der Verpackungen wieder.
    Eine Rücknahme leerer Verpackungen bieten unter anderem die Marken Naobay, Lush, & other stories oder auch Mac (keine Naturkosmetik!) an. Im Drogeriemarkt DM befinden sich zudem Recyclingboxen, in denen Ihr die Verpackungen Eurer Kosmetik zurückgeben könnt.

    Die Produktionsbedingungen

  5. Selten, aber wünschenswert: Fair gehandelte Rohstoffe in Naturkosmetik

  6. Wie bei allen Produkten, die wir in unserer westlichen Gesellschaft konsumieren, gehen auch bei der Kosmetik viele Inhaltsstoffe auf miese Arbeitsbedingungen zurück. Siegel wie Fairtrade kennzeichnen wenigstens eine gewisse Gerechtigkeit bei den Arbeitsbedingungen, beispielsweise durch einen angemessenen Lohn und den Verzicht auf Kinderarbeit. Gerade bei Rohstoffen wie Olivenöl und Kokosöl, die nicht im nordeuropäischen Raum angebaut werden können, gibt es ein gutes Gefühl, dass nicht nur der Kosmetikkonzern etwas von meinem Geld bekommt, sondern auch der Olivenbauer.

  7. Kosmetik ohne Tierversuche

  8. In der EU sind Tierversuche für die Produktion von Kosmetik eigentlich verboten. Auch Tierversuche für die Entwicklung neuer kosmetischer Rohstoffe sind illegal. Sogar die Einfuhr ausländischer Kosmetikprodukte, die an Tieren getestet wurden, ist untersagt. So wird verhindert, dass die Kosmetikbranche ihre Tierversuchslabore einfach ins Ausland verlegt. Diese neuen Gesetze bedeuteten für den Tierschutz einen großen Erfolg. Dennoch findet die Kosmetikindustrie immer wieder Schlupflöcher in der europäischen Gesetzgebung, wie zum Beispiel bei Inhaltsstoffen, die theoretisch auch in der Medizin eingesetzt werden könnten. Dabei ist jeder dieser Tierversuche vollkommen unnötig, denn es gibt gute Alternativen, für die niemand leiden muss. Gütesiegel, die eine transparente Produktion ohne Tierversuche garantieren, findest Du weiter unten im Text.

    Die Inhaltsstoffe

  9. Mikroplastik verseucht die Meere

  10. Auf meinen Reisen überkommt mich an den traumhaftesten Stränden dieser Welt immer wieder pure Verzweiflung: Die schönen weißen Sandstrände sind heutzutage bunt – voll mit buntem Plastikmüll. Nur die Strandabschnitte vor den Touristenhotels werden gesäubert, der Rest versinkt im Müll. Nicht so offensichtlich, aber nicht weniger vorhanden sind die feinen Plastikpartikel, die zum größten Teil aus unserer Kosmetik ins Abwasser geraten. Diese Plastikpartikel sind bekannt als Mikroplastik. Die kleinen Kunststoffteilchen sind nicht einmal 5 Millimeter groß. Aufgrund ihrer Größe können die Plastikpartikel nicht aus dem Wasser gefiltert werden und geraten so über die Flüsse ins Meer.
    Die Gefahr: Da das Mikroplastik von den Meerestieren aufgrund seiner Größe für Plankton gehalten wird, fressen sie es. So wird die Nahrungskette nach und nach mit Mikroplastik vergiftet. Es wurde sogar schon in Muscheln, Fischen und Seehunden nachgewiesen. Letztendlich gelangt es so dann auch auf unseren Teller – wenn wir Fisch essen zumindest. Es wird häufig in Peelings und Duschgels, aber teilweise auch in Waschmittel und anderen Produkten eingesetzt. Achtet bei Eurer Suche nach passender Kosmetik darauf, keine Produkte mit Mikroplastik zu kaufen.

  11. Vegane Naturkosmetik: Ohne tierische Rohstoffe

    Wer möchte sich schon gerne Schlachtabfälle oder zerquetschte Läuse ins Gesicht schmieren? Klingt ekelig? Diese und viele andere Rohstoffe, die von Tieren stammen, werden aber gerne in Kosmetik verwendet. Auf der Zutatenliste tragen sie dann euphemistische Namen wie Cochenille-Rot oder Collagen. Diese Bezeichnungen alle auswendig zu lernen, ist quasi ein Ding der Unmöglichkeit. Wegen des zunehmenden Vegan-Hypes werden inzwischen aber viele vegane Produkte als solche deklariert. Mehr Infos zu versteckten Tieren in Kosmetik findet Ihr bei Animal.Fair.

  12. Frei von Palmöl

  13. An Palmöl an sich ist zunächst nichts auszusetzen – das Öl ist verträglich für die Haut und wird aus einer Pflanze gewonnen, die auch biologisch angebaut werden kann. Das große Problem am Palmöl ist aber, dass für die enorme Produktion von Palmöl für Nahrung und Kosmetik hektarweise Regenwaldflächen gerodet werden. Auf den abgeholzten Flächen werden dann die Ölpalmen angebaut. Da Regenwälder wie der Amazonas jedoch ein in sich stabiles, bei Angriffen aber sensibles Ökosystem mit minimalem Nährboden sind, kann diese Rodung nie wieder rückgängig gemacht werden. Ein solches ökologisches System ist einzigartig, wurde von der Natur erschaffen und kann von uns Menschen nicht wieder nachgestellt werden. Daher ist es wichtig, ein Zeichen gegen die Rodung des Regenwaldes zu setzen und auf Inhaltsstoffe wie Palmöl zu verzichten.

  14. Hormonelle Stoffe

  15. Etwa ein Drittel aller in Deutschland erhältlichen Kosmetikprodukte enthält hormonell wirksame Stoffe – zum Beispiel Parabene. Insbesondere bei den Marktführern der Kosmetikbranche (Beiersdorf und L’Oreal) enthält laut einer Studie des BUND jedes zweite Produkt hormonell wirksame Stoffe. Die tägliche Konfrontation mit diesen Chemikalien ist zwar nicht per se schädlich, sie kann für unseren Körper jedoch gravierende Folgen haben: Hormonell wirksame Stoffe werden mit Gesundheitsschäden in Verbindung gebracht, wie beispielsweise Brust- oder Hodenkrebs, verminderte Spermienqualität, verfrühtes Einsetzen der Pubertät und mangelhafte Ausbildung der Geschlechtsorgane. Daher: Lieber auf zertifizierte Naturkosmetik zurückgreifen, die auf hormonell wirksame Stoffe verzichtet.

  16. Krebserregende Inhaltsstoffe

  17. Einige für die Kosmetik zugelassene Inhaltsstoffe stehen im Verdacht, erbgutschädigend und karzinogen (krebserregend) zu wirken. So lange diese Vermutungen jedoch noch nicht endgültig wissenschaftliche bewiesen sind, dürfen die umstrittenen Stoffe munter weiter in unserer Kosmetik verwendet werden. Über unsere Haut nehmen wir die giftigen Chemikalien dann sehr schnell auf und reichern sie im Körper an. So kann es langfristig tatsächlich zu Krebserkrankungen durch unsere Kosmetik kommen. Beispielsweise weist bereits eine Studie aus den 90’er Jahren darauf hin, dass regelmäßige dunkle Haartönungen das Risiko für Krebs steigern.

  18. Allergene: Synthetische Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe

  19. Einige Inhaltsstoffe von Kosmetikprodukten können Allergien auslösen – dies gilt sowohl für herkömmliche Kosmetik als auch für Naturkosmetik. In der herkömmlichen Kosmetik sind jedoch bedeutend mehr und vor allem zumeist synthetische Allergene enthalten: Farbstoffe, Duftstoffe, Konservierungsstoffe, Lanolin und Emulgatoren sind die Inhaltsstoffe von Kosmetikprodukten, die am häufigsten Allergien auslösen. In Naturkosmetik sind es oftmals Perubalsam, Kamille und Arnika. Wenn Du also zu Allergien neigst, versuche am besten auf diese Stoffe zu verzichten.

  20. Silikone, Paraffine und andere Stoffe aus Mineralöl

  21. Ganz abgesehen von den Umweltschäden, die unser Planet durch die Produktion und Verwendung von Erdöl erfährt, möchte sich wohl auch niemand das „schwarze Gold“ ins Gesicht schmieren, oder doch? Genau das tun nämlich die meisten von uns Tag für Tag.
    Herkömmliche Kosmetik verwendet Mineralöle, die unserer Haut jedoch keinen Vorteil, sondern viele Nachteile bringen: Sie dichten die Haut ab, trocknen sie aus. So kann die Haut nicht mehr atmen und altert früher. Mineralöle erkennt man auf der Zutatenliste schwer, denn sie haben viele Bezeichnungen, zum Beispiel: Mineral Oil, Petrolatum, Paraffinum und Ceresin.
    Aus Mineralöl werden aber auch die umstrittenen Silikone hergestellt – Kunststoffe, die unsere Haare weich und glänzend machen sollen. Doch der Schein trügt: Die Silikone setzen sich langfristig im Haar fest und verhindern seine natürliche Regeneration.

    Wie finde ich mich im Kosmetikdschungel zurecht?

  22. Siegel für zertifizierte Naturkosmetik

  23. Sehr aufschlussreich und hilfreich ist es, beim Kauf von Kosmetik auf Gütesiegel zu achten. Jedes von ihnen garantiert einen anderen Standard – z.B. vegane Kosmetik, reine Naturkosmetik, oder unter Fairtrade Standards produzierte Inhaltsstoffe. Die wichtigsten Siegel findet Ihr hier:

  24. Hilfreiche Apps

  25. Für Menschen, die gerne wissen möchten, was in ihrer Kosmetik drin ist, gibt es mittlerweile auch passende Apps. Ich empfehle Euch

Weiterlesen

Spannende Infos zu diesem Thema findet Ihr unter anderem hier: Kosmetik Vegan, Naturkosmetikcamp, Enorm Magazin, Good Impact, Traveltastic, Naturalbeauty, Alabasterblogzine, Beautyjungle, Ein bisschen vegan, Bund für Umwelt und Naturschutz



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